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Schwere Zeiten für die Zulieferer­industrie

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16.03.2017

Elektroantrieb statt Verbrennungsmotor? Was auf deutschen Straßen noch fast nach Utopie klingt, hat bald konkrete Auswirkungen auf die Zulieferer der Automobilindustrie. Eine ganze Branche steht vor einem gewaltigen Umbruch – bis zu 100.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr. ­nexpert hilft Ihnen, sich schon heute auf den Technologiewandel vorzubereiten.

Elektroautos sind genügsam, was Anzahl und Vielfalt der Bauteile anbelangt. E-motoren sind wesentlich einfacher aufgebaut als Verbrennungsmotoren und haben eine höhere Lebensdauer. Außerdem benötigt ein Elektroauto keine Bausteine wie Getriebe, Kupplung, Filter, Katalysator, Schalldämpfer, Kraftstofftank, Lichtmaschine oder Wasserkühlung.

Angetrieben durch folgende vier Punkte wird der Markt der Elektromobilität ­kontinuierlich weiter an Fahrt aufnehmen:

  1. Unsere Energie­­systeme wandeln sich hin zur Nachhaltigkeit
  2. Un­sicherheit in der Versorgung mit fossilen Treibstoffen wächst
  3. Steigende Benzinpreise
  4. Staatliche Regulierungsmaßnahmen zur Erreichung von Klima-Zielen

Aktuellen Analysen zufolge dürften Elektrofahrzeuge bereits im Jahr 2028 einen Marktanteil von rund 30 % erreichen – und damit erstmals Autos mit konventionellen Verbrennungsmotoren (28 %) überholen.

Das Problem

Ob Lichtmaschine, Abgasanlage, Turbolader oder Kurbelwelle: Fahrzeuge mit Elektroantrieb benötigen viel weniger Komponenten als Autos mit Verbrennungsmotor. Zulieferer, die diese Bauteile herstellen, stehen also vor der Herausforderung, sich für den kommenden Technologiewandel zu rüsten – andererseits droht der Verlust von Aufträgen, Marktanteilen und somit der Existenzgrundlage. Wie ernst die Situation ist, zeigt eine Studie des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA). Demnach stehen in Deutschland in den nächsten fünf bis acht Jahren bis zu 30 % der kleinen und mittelständischen Automobilzulieferer vor dem Aus. Auch die Insolvenzverwalter im Deutschen Anwaltverein (DAV) warnen vor einer enormen Pleitewelle: Ihren Berechnungen zufolge sind in Deutschland etwa eine Million Beschäftigte durch den Technologiewandel gefährdet – rund 100.000 Jobs könnten wegfallen.

Die Krise als Chance

Neue Strategien sind gefragt. Auch wenn die Umsätze bei elektronischen Antrieben in den nächsten Jahren noch gering ausfallen, müssen Automobilzulieferer schon jetzt den Grundstein für die Zeit legen, in der konventionelle Verbrennungsmotoren eine immer geringere Rolle spielen werden.

Viele Branchengrößen haben damit bereits begonnen:

Mahle, einer der Marktführer bei Kolben, Zylindern und Ventilsteuerungen, bündelt seine neuen Geschäftsfelder „Elektrische Antriebe “und „Nebenaggregate“ in einer eigenen Sparte und forscht an konkreten Produktinnovationen.
Continental, spezialisiert u.a. auf Einspritzsysteme für Otto- und Dieselmotoren, hat mit der Fertigung von Elektromotoren und Leistungselektronik begonnen.
ZF Friedrichshafen, früher vor allem für Getriebe und andere mechanische Teile bekannt, kaufte das amerikanische Unternehmen TRW, spezialisiert auf elek­trisches und autonomes Fahren.

So gelingt der Wandel

Besonders kleine und mittelständische Unternehmen, die keine Millionen in Forschung und Entwicklung investieren können, müssen jetzt anfangen, umzudenken. Entweder sie beginnen ihr Geschäft auf ganz neue Betätigungsfelder auszurichten – Auspuffanlagenhersteller etwa können ihre Kompetenz im Bereich Metallumformung statt der Automobilindustrie zukünftig anderen Branchen zur Verfügung stellen. Oder die Unternehmen stellen ihre Leistungen auf die Anforderungen der E-Mobilität um und erschließen neues Wissen, etwa durch Kooperationen mit Universitäten, anderen Unternehmen oder Thinktanks.

Neue Antriebstechnologien, etwa hybride Antriebe, Elektromotoren oder mobile Brennstoffzellen, bieten Zulieferern die Chance, nachhaltig vom Transformationsprozess zu profitieren. Die größten Wachstumspotenziale der Wertschöpfung ergeben sich einer Untersuchung der IHK Stuttgart zufolge bei der Leistungselektronik und den Traktions­batterien.

Fazit

Sicher ist: Der Wandel wird kommen! Geändertes Nutzungsverhalten, fortschreitende Digitalisierung und Elektrisierung von Automobilen sowie ein nachhaltigeres Verbraucherbewusstsein werden schon bald für eine Konsolidierungswelle auf dem Markt der Automobilzulieferer sorgen. Patentrezepte zur Krisenbewältigung gibt es nicht, jedes Unternehmen muss seine Leistungen indi­viduell den Herausforderungen der Zukunft anpassen und neue Potenziale für den Boom der E-Autos erschließen.

nexpert unterstützt Sie bei diesem Transformations­prozess: Unsere umsetzungsstarken Berater bieten fundiertes Know-how und innovative Tools, mit denen Sie Ihren Betrieb optimal auf den Wandel vorbereiten können und nachhaltig davon profitieren. Sprechen Sie uns gerne an.


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