IDW Konzepte

Digitalisierung wird Restruk­turierung verändern!

Der neue IDW S6 Standard

Wer heute keine Strategie hat, der hat morgen kein Unternehmen mehr. Alle 11 Minuten verschläft ein Unternehmen die Digitalisierung und legt so den Grundstein für eine Unternehmenskrise. Das Institut der Deutschen Wirtschaftsprüfer (IDW) rückt in der Neufassung des IDW S6 (Standard für Sanierungsgutachten) den Metatrend Digitalisierung in den Fokus – nicht ohne Grund.

Digitalisierung verstärkt im Fokus bei IDW S6

Das IDW hat den Standard S6 zur Erstellung von Sanierungsgutachten in den letzten Monaten überarbeitet und die neue Fassung im August 2018 veröffentlicht. Damit wurde die Version aus dem Jahr 2012 aktualisiert. Die neue Fassung setzt die Digitalisierung stärker in den Fokus. Das ist die logische Schlussfolgerung aus sich verändernden Märkten und Geschäftsmodellen.

Digitalisierung als fester Bestandteil jeder Strategie

Die Digitalisierung ist heute ein zwingender Bestandteil jeder Unternehmensstrategie. Doch einen Fehler sollte man nicht machen: hektisch eine gekapselte Digitalisierungsstrategie festlegen, ohne eine Gesamtstrategie zu haben. Der analytische Blick auf den Markt und die Wettbewerber sollte fundiert sein, denn möglicherweise gibt es keine zweite Chance. Wer also noch keine Strategie hat, muss in die Konzeptphase. Und wer die Digitalisierung bereits als Teil der Unternehmensstrategie aufgenommen hat, sollte diese kritisch hinterfragen.

Digitalisierung verändert das Restrukturierungsgeschäft und damit den IDW-Standard

Die Schwerpunkte von Restrukturierern lagen vor 15 Jahren auf der finanzwirtschaftlichen Analyse und Sanierung von Unternehmen: Es wurden entsprechende Konzepte entwickelt und bei der Umsetzung der finanzwirtschaftlichen Ansätze im Einzelfall auch unterstützt. Vor rund zehn Jahren entstand der Trend zur Umsetzungsberatung: Sowohl in Konzepten als auch in der Umsetzung einer Sanierung wurden leistungswirtschaftliche Aspekte berücksichtigt. Diese Aspekte waren häufig auf die Reduzierung von Kosten ausgerichtet, strategische und vertriebliche Ansätze gab es selten.

Heute, im digitalen Zeitalter, reichen finanz- und leistungswirtschaftliche Aspekte nicht mehr aus, um ein Unternehmen nachhaltig zu restrukturieren. Die Digitalisierung zwingt Unternehmen, strategischer zu denken und zu agieren. Und morgen? Viele Unternehmen stehen vor einem Umbruch, der durch die Digitalisierung ausgelöst wurde. Der Kern der Digitalisierung zeichnet sich durch ein hohes Verständnis von Daten und IT in Kombination mit neuen Führungsmethoden und Kulturen aus. Um ein Unternehmen in einem solchen Umbruch zu führen oder nur zu begleiten, ist entsprechendes Know-how zur Transformation von Unternehmen wichtig.

Die Digitalisierung zwingt zu strategischem Denken

Die Digitalisierung stellt an Unternehmer, Manager, Banker und Berater erhöhte Anforderungen und verlangt neues Know-how. Mit den herkömmlichen Ansätzen in Sanierungsgutachten wird in vielen Branchen künftig keine nachhaltige Restrukturierung mehr möglich sein. Andersdenken ist angesagt, um das richtige Leitbild eines sanierten Unternehmens im digitalen Zeitalter zu definieren.

Viele Unternehmen stehen vor einem Umbruch

In vielen Branchen und Unternehmen wird die Digitalisierung zum Auslöser oder zum Beschleuniger einer Krise. Ganze Geschäftsmodelle werden disruptiert und müssen von Grund auf geändert werden. Der Verlauf von Krisen in digitalen Zeiten ist deutlich beschleunigt: Führungsfehler lösen schon nach kürzester Zeit eine Strategie- und damit eine Ergebniskrise aus – früher hat das rund 1000 Tage gedauert.

Digitalisierung braucht Technik und eine neue Kultur

Die Erfolgsfaktoren einer Digitalisierung sind ein hohes Verständnis von Daten und IT in Kombination mit neuen Führungsmethoden und einer neuen Führungskultur. Um ein Unternehmen im Umbruch zu führen oder zu begleiten, ist fundiertes Transformations-Know-how wichtig. Der moderne Sanierer bzw. CRO (Chief Restructuring Officer) wird zum CDO (Chief Digital Officer) und beherrscht neben den klassischen Sanierungsinstrumenten auch die IT- und Führungsthemen.

Die Management-Einschätzung im Sanierungsgutachten wird wichtiger

Für eine digitale Transformation braucht es nicht nur das richtige Management, sondern auch neue Strukturen und Führungsmethoden: Denn Digitalisierung ist echter Umbruch und damit ein Change-Prozess unter verschärften Bedingungen. Die Einschätzung des Managements inklusive der weiteren Führungsebenen gewinnt im Sanierungsgutachten an Bedeutung. Die Digitalisierung braucht Strukturen mit Spielräumen und führt so zu mehr Komplexität, die mit klassisch-hierarchischen Ansätzen nicht mehr beherrschbar ist.

Ein strukturierter Blick in die Zukunft mit R4D

Als Restrukturierer mit hoher Digitalisierungsexpertise hat nexpert eine Methode entwickelt, um die zukünftige Bedrohung eines Geschäftsmodells fundiert einschätzen zu können: R4D – Ready-for-Digitalisation. Die Ergebnisse fassen wir in einem eigenen Kapitel im Sanierungsgutachten zusammen. R4D beginnt mit der Einschätzung der externen Bedrohungen eines Geschäftsmodells. Hierfür nutzen wir die Methode der Digital 5 Forces.

Abb.: Digital 5 Forces

Insgesamt wird das Geschäftsmodell mit dem Digital Canvas Business Modell abgebildet: Für alle relevanten Erfolgsfaktoren und Unternehmensbereiche haben wir ein strukturiertes Reifegradmodell mit mehr als 40 Erfolgsfaktoren erarbeitet. Das Modell schätzt für jeden Erfolgsfaktor vier Zustände anhand konkreter Kriterien ein. Hieraus leiten wir konkrete Maßnahmen ab und ermöglichen mit agilen Methoden ein Fortschrittscontrolling.

Abb.: Fortschrittscontrolling

Die Zielsetzung bleibt auch beim neuen IDW S6 die durchgreifende Sanierung eines Unternehmens, damit es wieder dauerhaft profitabel arbeitet – auch in einer digitalisierten Welt.

Ihr Ansprechpartner

Thomas Kresse
Managing Partner
Hamburg, Frankfurt
+49 (0) 40 219 85 95 0,
+49 (0) 69 40 05 00 85 0
kresse@nexpert.de

Florian Heinze
Manager
Berlin
+49 (0) 30 22 41 09 16 0
heinze@nexpert.de

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