Befugnisse 2017-05-24T12:10:19+00:00

Welche Befugnisse sollte ein CRO bekommen?

Für die Dauer der Restrukturierung wird der CRO in das Unternehmen integriert. In der Regel ist er übergangsweise als weiteres Mitglied der Geschäftsführung oder als Ersatz für einen bestehenden Geschäftsführer/Vorstand tätig. Die Einbindung in die Firma geschieht häufig aufgrund einer dringenden Empfehlung des Sanierungsberaters und ist meistens eine Auflage der Geldgeber. Der CRO nimmt daher eine absolute Sonderposition ein: Die besonderen Befugnisse des externen Interimsmanagers können gerade in der Anfangsphase Schwierigkeiten mit anderen Managern bzw. dem Gesellschafter/ Unternehmer hervorrufen. In der Start- und Stabilisierungsphase einer Sanierung hat der CRO ein äußerst umfangreiches Aufgabengebiet und möglicherweise wenige Verbündete. Er ist nicht nur für die operative Steuerung der Gesellschaft verantwortlich, sondern muss zudem die definierten Sanierungsmaßnahmen umsetzen und Gespräche mit den Geldgebern und weiteren entscheidenden Parteien moderieren. Bei der strategischen Ausrichtung gilt es, das Leitbild des Unternehmens zu berücksichtigen und nur Lösungen zu verfolgen, die zur jeweiligen Firmensituation passen.

Der CRO sollte stets als Organ der Gesellschaft installiert und mit entsprechenden Vollmachten und Vetorechten ausgestattet sein. Dabei gilt es, die Organisation und den Geschäftsverteilungsplan so zu organisieren, dass der CRO den Fokus auf die Sanierung des Unternehmens legen kann. Es ist wichtig, dass zumindest eine geringe Führungsspanne für den CRO sichergestellt ist. Die unten stehende Grafik zeigt den erfolgversprechendsten Ansatz.

Die Steuerung der sanierenden Projekte (Multiprojektmanagement) wird vom CRO an ein Projekt Management Office (kurz: PMO) delegiert. Das PMO besteht je nach Mandatsgröße aus einem oder mehreren ausgebildeten Mitarbeitern bzw. externen Beratern. Ein sogenanntes Projektportfoliomanagement ermöglicht die Bewertung, Verwaltung und Steuerung aller erforderlichen Schritte. Die nachfolgende Grafik zeigt, welche Rollen und welche Informations-, Entscheidungs- und Eskalationspflichten in diesem Zusammenhang definiert werden müssen.

Thomas Kresse

Partner und CRO
Hamburg
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Ingo Thomsen

Partner und CRO
Düsseldorf
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